Vorbereitung / Spielmaterial

Schockbesteck mit 13 Strafdeckeln und größerem oder andersfarbigem Deckel für den Verlierer der 1. Hälfte ("Vorverloren")

Jeder Spieler erhält einen Würfelbecher und drei sechsseitige Würfel. 

Struktur des Spiels

Ein gesamtes Spiel besteht aus zwei Hälften, bei Bedarf einem zusätzlichen Finale, einer Art Stechen, sofern die Hälften von zwei unterschiedlichen Spielern verloren wurden. Eine Hälfte oder auch das Finale besteht aus mindestens einer, meistens jedoch mehreren, Spielrunden und ist dann beendet, sobald einer der Spieler sämtliche Spielsteine gesammelt hat. Dieser Spieler hat damit diesen Teil des Spieles verloren. 

Verliert ein Spieler beide Hälften einer Runde nennt man das in der Regel „Beton“.

Spielablauf einer Hälfte oder des Finales

In einer einzelnen Runde wird reihum gewürfelt. Sie wird von dem Spieler begonnen, der die vorangegangene Runde verloren hat. Wird das Spiel frisch gestartet, kann durch einfaches Auswürfeln entschieden werden, wer anfängt. Der erste Spieler kann nun, nachdem sämtliche Spieler ihren ersten Wurf getätigt haben, ohne dabei ihren Würfelbecher umzudrehen, bis zu insgesamt dreimal würfeln. Dabei ist, unabhängig von der Anzahl der Würfe, entscheidend, dass der jeweils zuletzt getätigte Wurf der nachfolgenden Spieler vom Becher verdeckt bleibt. Dies ist für den ersten Spieler nur für den evtl. dritten Wurf verbindlich. Entscheidet sich also der erste Spieler dafür, den ersten Wurf „stehen zu lassen“, ist für die übrigen nicht ersichtlich, welche Augenzahlen sich unter ihrem eigenen Becher verbergen. Die vom ersten Spieler vorgegebene Anzahl der Würfe ist für alle weiteren Mitspieler verbindlich und darf in dieser Runde nicht mehr überschritten werden.

Entscheidet sich der erste Spieler nach dem Betrachten seines ersten Wurfes dafür, weiter zu spielen, ist es seine freie Entscheidung, ob, und wenn ja, welche und wie viele Würfel er auf dem Tisch stehen lässt, um nach seinem letzten Wurf einen möglichst hohen Gesamtwurf zu erhalten. Ist sein Becher zum dritten Mal umgedreht oder hat er vorzeitig entschieden, dass sein Gesamtwurf ihm genügt, ist der nächste Spieler an der Reihe. Sofern nicht ein einziger Wurf die Vorgabe ist, dreht dieser nun seinen Becher um und betrachtet seinen ersten Wurf. Danach erfolgt der Ablauf analog zum ersten Spieler, bis die Runde mit dem letzten Wurf des letzten Spielers beendet ist.

Abschließend wird der Reihe nach „aufgedeckt“ und geprüft, welcher Spieler den jeweils höchsten bzw. niedrigsten Wurf insgesamt hat. Bei Übereinstimmungen gilt der spätere Wurf der Runde als „nachgelegt“ (oftmals angewandte Redewendung hier: „Mit ist Schitt“) und somit als geringwertiger (es sei denn er schafft den selben Wurf in mit weniger Würfen). Nun bestimmt der höchste Wurf, welche Anzahl von Strafpunkten (vgl. Tabelle unten) der Spieler mit dem niedrigsten Wurf erhält. Dabei wird, solange noch Spielsteine im ursprünglichen Stock vorhanden sind, aus ebendiesem verteilt, danach erhält der Verlierer einer Runde seine Strafsteine vom entsprechenden Gewinner. Die erhaltenen Strafsteine legt der entsprechende Spieler offen vor sich ab. Sind nicht mehr genügend Steine im Stock oder beim Gewinner verfügbar, so erhält der Verlierer lediglich sämtliche Steine, die noch vom Gewinner vergeben werden können.

Eine Ausnahme stellt dabei der so genannte "Schock Aus" (1,1,1 - s. Tabelle) dar, bei dem der Verlierer sofort sämtliche Strafsteine erhält und damit die Hälfte oder das Finale verloren hat.

Sind aus dem Stock sämtliche Spielsteine verteilt, müssen nur noch diejenigen Spieler die Hälfte zu Ende spielen, die bereits Strafpunkte gesammelt haben.

Das Finale wird nur von den betroffenen zwei Spielern ausgespielt.

Wurfart

Würfe, die ohne das Herauslegen eines oder mehrerer Würfel zustande gekommen sind, werden als Hand-Würfe bezeichnet. Straßen und Generäle gelten nur als solche, wenn sie als Hand-Wurf erreicht wurden. „Zusammengewürfelte“ Straßen und Generäle werden dann wie ein einfacher Wurf behandelt und gezählt. Ein Schock-Aus-Hand wird höher bewertet als ein Schock-Aus, der durch Herauslegen von Würfeln entstanden ist.

Bei zwei Sechsen darf eine zu einer Eins umgedreht werden, sofern beide Sechsen in einem Wurf erzielt wurden und der Wurf nicht der letzte des Spielers war. Die zweite Sechs muss dann für den nächsten Wurf wieder in den Becher. Analog gilt bei drei Sechsen aus einem Wurf, dass diese zu zwei Einsen umgedreht werden können.

Einmal herausgelegte Würfel dürfen nicht in derselben Wurfrunde wieder zurück in den Würfelbecher.

Lässt ein Spieler seine Würfel fallen, wird dies mit einem Strafdeckel bestraft.

Bewertung der Würfe

In aufsteigender Reihenfolge gilt:

BezeichnungBeispieleAnzahl
Strafsteine
Anmerkung
Einfacher
Wurf

2,2,1;

3,2,2;

4,3,1;

5,5,4;

6,4,1;

6,6,5

1 Strafstein

Der niedrigste mögliche Wurf ist 2,2,1
und wird auch als "DDR-Schock“ bezeichnet

6,5,5 wird „siebzig“ bezeichnet

Straßen

1,2,3;

2,3,4;

3,4,5;

4,5,6

2 Strafsteine

Kleine bis große Straße, aber nur, wenn Sie in einem Wurf gewürfelt werden
und nicht zusammengewürfelt wurden!

Bei der Bewertung der Straßen spielen 2 Faktoren eine Rolle:

1. Sie sind aufsteigend sortiert (2,3,4 höher als 1,2,3 usw

2. Bei gleichwertigen Straßen wird die zuerst gewürfelte Straße höher gewertet.

Generäle

2,2,2;

3,3,3;

4,4,4;

5,5,5;

6,6,6

3 Strafsteine „Genny“, aber nur, wenn Sie in einem Wurf gewürfelt werden
und nicht zusammengewürfelt wurden! 
Schock
2 bis 6

1,1,2;

1,1,3;

1,1,4;

1,1,5;

1,1,6

2 bis 6 Strafsteine,
je nach Höhe des Schocks
Schock 2 bis 6 (Schock 2 wird auch als „Schock Doof“ bezeichnet)
„Schock Aus“ 1,1,1 sämtliche Strafsteine